Kurz-mal-eben-Lösungen

Diese junge Dame hat mir gestern früh einen riesen Schreck beschert…

Der Offenstall wird bei uns am meisten im Hochsommer genutzt, als Schutz vor Bremsen und Mücken. Je dunkler es drinnen ist, je weniger blutsaugende Biester verirren sich darin.

Deshalb wollten wir vor den Eingang einen Lamellenvorhang montieren. Irgendwann mal. Da war es praktisch, dass für die schnelle Vorab-Lösung noch ein alter, großer Baumwollteppich da war. Diesen haben wir mit einer Leiste über dem Eingang festgeschraubt. Der Behelf hat auch gut seinen Zweck erfüllt.

Irgendwann haben die Youngsters entdeckt, dass er zu weit mehr nutze sein kann: Zwischen die Zähne nehmen, hochwerfen, Hintern dran schubbern, drunter durchlaufen, dahinter verstecken…  Das steckt so ein Teppich ’ne Weile weg aber irgendwann leidet er drunter.

Als im unteren Bereich ein Loch entstanden war, habe ich die losen Restfäden abgeschnitten – nicht, dass noch jemand drin hängen bleibt…

Aber gestern hatte es wohl ein neues Loch gegeben. Als ich morgens raus kam, standen drei Pferde zur Begrüßung am Zaun. Hab mir noch nichts böses dabei gedacht. Und dann sah ich Madame Atorka am Stalleingang stehen, den rechten Vorderfuß in einer 2cm starken festgedrehten Teppichfaserschlinge. Ich bekam gerade mal einen Finger dazwischen, keine Chance, den Fuß da rauszuziehen. Die Schlinge ging nicht mal über das Fesselgelenk, geschweige denn über den Huf. Keine Ahnung, wie lange sie da  schon stand. Oben hing der Vorhang noch zu einem Drittel.

Faden für Faden durchzureißen dauerte zu lange. Also redete ich ihr gut zu, nochmals brav stehen zu bleiben, damit ich die Schere holen konnte. Das tat sie auch. Sie schien eh auf mich gewartet zu haben „mach Du das bitte mal gut hier!“
Und dann konnte ich sie endlich befreien.

Allein der Gedanke, dass so was passiert wäre, wenn wir nicht zu Hause gewesen wären… Vermutlich hätte sie es irgendwann geschafft, die Konstruktion vollends herunter zu reißen, ja – aber dann wäre der ganze Plumquatsch noch immer an ihrem Bein gehangen. Und dann? Ich will’s mir gar nicht ausmalen!

Glücklicherweise hat sie sich bei der Aktion nicht verletzt, das Bein ist nicht angelaufen, sie lahmt nicht.

Man kann einfach nicht genug aufpassen!